Kvah Logotyp

Text in both German and English

1. Keinen hat es noch gereut

Keinen hat es noch gereut,
Der das Roß bestiegen,
Um in frischer Jugendzeit
Durch die Welt zu fliegen.

No man yet has rued
Mounting his steed
In the first flush of youth
To fly through the world.
Mountains and meadows,

Berge und Auen,
Einsamer Wald,
Mädchen und Frauen
Prächtig im Kleide,
Golden Geschmeide,
Alles erfreut ihn mit schöner Gestalt.

Lonely forest,
Maidens and ladies
Resplendent in robes,
Golden jewellery,
All that is beautiful charms him.

Wunderlich fliehen
Gestalten dahin,
Schwärmerisch glühen
Wünsche in jugendlich trunkenem Sinn.

Strange visions
Flit past,
Passionate desire
Burns in the heady emotions of youth.

Ruhm streut ihm Rosen
Schnell in die Bahn,
Lieben und Kosen,
Lorbeer und Rosen
Führen ihn höher und höher hinan.

Fame strews roses
Swiftly in his path,
Love and caresses,
Laurel and roses
Lead him higher and ever higher.

Rund um ihn Freuden,
Feinde beneiden,
Erliegend, den Held—
Dann wählt er bescheiden
Das Fräulein, das ihm nur vor allen gefällt.

Joys surround him,
Enemies envy the hero,
Even as they fall,
Then he modestly chooses
The maiden who pleases him most.

Und Berge und Felder
Und einsame Wälder
Mißt er zurück.
Die Eltern in Tränen,
Ach alle ihr Sehnen—
Sie alle vereinigt das lieblichste Glück.

And back he rides,
Leaving mountains and fields
And lonely forests behind.
His parents weep,
Their longing, ah! now ended—
Dearest delight unites them all.

Sind Jahre verschwunden,
Erzählt er dem Sohn
In traulichen Stunden
Und zeigt seine Wunden,
Der Tapferkeit Lohn.
So bleibt das Alter selbst noch jung,
Ein Lichtstrahl in der Dämmerung.

When years have passed,
He recounts all to his son
As they sit close together,
And shows his scars,
The reward of valour.
Thus old age itself stays young,
A ray of sunshine in the twilight.

2. Traun! Bogen und Pfeil

Traun! Bogen und Pfeil
Sind gut für den Feind,
Hülflos alleweil
Der Elende weint;
Dem Edlen blüht Heil,
Wo Sonne nur scheint,
Die Felsen sind steil,
Doch Glück ist sein Freund.

In truth! bow and arrow
Are fit for the foe,
Helplessly
The wretched will always weep;
A noble soul will flourish
Wherever the sun shines,
The cliffs are steep,
But fortune is his friend.

3. Sind es Schmerzen, sind es Freuden?

Sind es Schmerzen, sind es Freuden,
Die durch meinen Busen ziehn?
Alle alten Wünsche scheiden,
Tausend neue Blumen blühn.

Are these sorrows, are these joys
That steal through my heart?
All my old desires depart,
A thousand new flowers blossom.

Durch die Dämmerung der Tränen
Seh ich ferne Sonnen stehn—
Welches Schmachten! Welches Sehnen!
Wag ich’s? Soll ich näher gehn?

Through the twilight of my tears
I can see distant suns—
What yearning! What longing!
Dare I? Shall I draw near?

Ach, und fällt die Träne nieder,
Ist es dunkel um mich her;
Dennoch kömmt kein Wunsch mir wieder,
Zukunft ist von Hoffnung leer.

Ah! and when my tears fall,
There is darkness all around me;
Yet if no desires return,
The future is void of hope.

So schlage denn, strebendes Herz,
So fließet denn, Tränen, herab,
Ach, Lust ist nur tieferer Schmerz,
Leben ist dunkles Grab.—

So beat then, ambitious heart,
So flow then, tears, down my cheek,
Ah! pleasure is but deeper pain,
Life a dark grave.

Ohne Verschulden
Soll ich erdulden?
Wie ist’s, daß mir im Traum
Alle Gedanken
Auf und nieder schwanken!
Ich kenne mich noch kaum.

Must I suffer
Without deserving?
How is it that in my dreams
All my thoughts
Drift up and down!
I hardly recognize myself.

O hört mich, ihr gütigen Sterne,
O höre mich, grünende Flur,
Du, Liebe, den heiligen Schwur;
Bleib ich ihr ferne,
Sterb ich gerne.
Ach! nur im Licht von ihrem Blick
Wohnt Leben und Hoffnung und Glück!

Oh hear me, kindly stars,
Oh hear me, greening meadow,
Hear, O Love, my sacred vow;
If I remain far from her,
I shall gladly die.
Ah! only in the light of her eyes
Dwell life and hope and happiness!

4. Liebe kam aus fernen Landen

Liebe kam aus fernen Landen
Und kein Wesen folgte ihr,
Und die Göttin winkte mir,
Schlang mich ein mit süßen Banden.

Love came from far-off lands
And no one followed her,
And the goddess beckoned me,
Binding me in sweet bonds.

Da begann ich Schmerz zu fühlen,
Tränen dämmerten den Blick:
„Ach! was ist der Liebe Glück“,
Klagt ich, „wozu dieses Spielen?“

Then I began to feel pain,
Tears dimmed my eyes:
‘Ah! what is love’s happiness’,
I lamented, ‘why this dallying?’

„Keinen hab ich weit gefunden“,
Sagte lieblich die Gestalt,
„Fühle du nun die Gewalt,
Die die Herzen sonst gebunden.“

‘Far and wide no man I’ve found’,
Said the vision lovingly,
‘Now you shall feel the force
That once bound heart to heart.’

Alle meine Wünsche flogen
In der Lüfte blauen Raum,
Ruhm schien mir ein Morgentraum,
Nur ein Klang der Meereswogen.

All my desires flew
Into the blue realm of breezes,
Fame seemed but a morning dream,
The sound of ocean waves.

Ach! wer löst nun meine Ketten?
Denn gefesselt ist der Arm,
Mich umfleugt der Sorgen Schwarm;
Keiner, keiner will mich retten?

Ah! who shall now loosen my chains?
For my arms are fettered,
Sorrows swarm all around me;
Will no one, no one rescue me?

Darf ich in den Spiegel schauen,
Den die Hoffnung vor mir hält?
Ach, wie trügend ist die Welt!
Nein, ich kann ihr nicht vertrauen.

Dare I look into the mirror
That hope holds up before me?
Ah! how deceptive is the world!
No, I cannot trust it.

O und dennoch laß nicht wanken,
Was dir nur noch Stärke gibt,
Wenn die Einzge dich nicht liebt,
Bleibt nur bittrer Tod dem Kranken.

And yet, do not allow
Your sole source of strength to falter,
If your only love does not love you,
For the sick only bitter death remains.

5. So willst du des Armen?

So willst du des Armen
Dich gnädig erbarmen?
So ist es kein Traum?
Wie rieseln die Quellen,
Wie tönen die Wellen,
Wie rauschet der Baum!

So you’ll kindly pity
A poor man?
Is it, then, no dream?
How the streams ripple,
How the waves resound,
How the tree rustles!

Tief lag ich in bangen
Gemäuern gefangen,
Nun grüßt mich das Licht;
Wie spielen die Strahlen!
Sie blenden und malen
Mein schüchtern Gesicht

I lay imprisoned
Deep within fearful walls,
Now daylight greets me;
How the sunbeams flicker!
They dazzle and colour
My timid face.

Und soll ich es glauben?
Wird keiner mir rauben
Den köstlichen Wahn?
Doch Träume entschweben,
Nur lieben heißt leben:
Willkommene Bahn!

And shall I believe it?
Will no one rob me
Of this precious illusion?
Yet dreams disappear,
Only loving is living:
A welcome path!

Wie frei und wie heiter!
Nicht eile nun weiter,
Den Pilgerstab fort!
Du hast überwunden,
Du hast ihn gefunden,
Den seligsten Ort!

How free, how serene!
Hasten now, no further,
Discard your pilgrim’s staff!
You have conquered,
You have found
The most blissful place of all!

6. Wie soll ich die Freude?

Wie soll ich die Freude,
Die Wonne denn tragen?
Daß unter dem Schlagen
Des Herzens die Seele nicht scheide?

How then shall I bear the joy
And how the bliss?
So that, beneath the pulsing
Of my heart, my soul will not escape?

Und wenn nun die Stunden
Der Liebe verschwunden,
Wozu das Gelüste,
In trauriger Wüste
Noch weiter ein lustleeres Leben zu ziehn,
Wenn nirgend dem Ufer mehr Blumen erblühn?

And should the hours
Of love now vanish,
Why crave
In a dreary desert
To prolong a life devoid of pleasure,
When flowers no longer bloom on the shore?

Wie geht mit bleibehangnen Füßen
Die Zeit bedächtig Schritt vor Schritt!
Und wenn ich werde scheiden müssen,
Wie federleicht fliegt dann ihr Tritt!

How time passes on leaden feet,
Step by deliberate step!
And when I must leave,
How feather-light its tread then flits!

Schlage, sehnsüchtige Gewalt,
In tiefer treuer Brust!
Wie Lautenton vorüberhallt,
Entflieht des Lebens schönste Lust.
Ach, wie bald
Bin ich der Wonne mir kaum noch bewußt.

Beat, O powerful longing,
Deep in my faithful heart!
Like the lute’s dying strains,
The sweetest pleasures of life fade.
Ah, how soon
Till I’m scarcely aware of such bliss

Rausche, rausche weiter fort,
Tiefer Strom der Zeit,
Wandelst bald aus Morgen Heut,
Gehst von Ort zu Ort;
Hast du mich bisher getragen,
Lustig bald, dann still,
Will es nun auch weiter wagen,
Wie es werden will.

Flow onward, ever onward,
Deep river of time,
You soon turn tomorrow into today,
You move from place to place;
Since you have carried me thus far,
Now cheerful, now silent,
I shall venture further,
Come what may

Darf mich doch nicht elend achten,
Da die Einzge winkt,
Liebe läßt mich nicht verschmachten,
Bis dies Leben sinkt!
Nein, der Strom wird immer breiter,
Himmel bleibt mir immer heiter,
Fröhlichen Ruderschlags fahr ich hinab,
Bring Liebe und Leben zugleich an das Grab.

For I must not count myself wretched,
Since my beloved beckons me,
Love shall never let me languish,
Until this life is done!
No, the river grows ever broader,
The sky for me stays ever clear,
With happy strokes I row on down,
Bring love and life together to the grave.

7. War es dir?

War es dir, dem diese Lippen bebten,
Dir der dargebotne süße Kuß?
Gibt ein irdisch Leben so Genuß?
Ha! wie Licht und Glanz
vor meinen Augen schwebten,
Alle Sinne nach den Lippen strebten!

Was it for you these lips quivered,
For you, that sweetly proffered kiss?
Can earthly life give such joy?
Ah! how light and radiance floated
before my eyes,
All my senses yearned for those lips!

In den klaren Augen blinkte
Sehnsucht, die mir zärtlich winkte,
Alles klang im Herzen wieder,
Meine Blicke sanken nieder,
Und die Lüfte tönten Liebeslieder!

In those clear eyes gleamed
A longing that tenderly beckoned me,
Everything echoed in my heart,
I lowered my gaze,
And the breezes resounded with songs of love!

Wie ein Sternenpaar
Glänzten die Augen, die Wangen
Wiegten das goldene Haar,
Blick und Lächeln schwangen
Flügel, und die süßen Worte gar
Weckten das tiefste Verlangen:
O Kuß! wie war dein Mund so brennend rot!
Da starb ich, fand ein Leben erst im schönsten Tod.

Like twin stars
Her eyes shone, her cheeks
Cradled her golden hair,
Her looks and smiles took
Wing, and her sweet words
Awoke deepest longing:
O kiss, how your red lips burned!
There I died, and first found life in sweetest death.

8. Wir müssen uns trennen

Wir müssen uns trennen,
Geliebtes Saitenspiel,
Zeit ist es, zu rennen
Nach dem fernen erwünschten Ziel.

We must part,
Beloved lute,
It is time to race
Toward the distant, longed-for goal.

Ich ziehe zum Streite,
Zum Raube hinaus,
Und hab ich die Beute,
Dann flieg ich nach Haus.

I set out for battle,
For spoils,
And with my booty,
I’ll speed back home

Im rötlichen Glanze
Entflieh ich mit ihr,
Es schützt uns die Lanze,
Der Stahlharnisch hier.

In the reddish glow
I’ll escape with her,
This lance shall protect us,
And this steel armour.

Kommt, liebe Waffenstücke,
Zum Scherz oft angetan,
Beschirmet jetzt mein Glücke
Auf dieser neuen Bahn!

Come, dear weapons,
Often donned in sport,
Protect now my happiness
On this new path!

Ich werfe mich rasch in die Wogen,
Ich grüße den herrlichen Lauf,
Schon mancher ward niedergezogen,
Der tapfere Schwimmer bleibt oben auf.

I’ll hurl myself into the waves,
I’ll welcome their glorious surge,
Many have been dragged under,
The bold swimmer remains on the surface.

Ha! Lust zu vergeuden
Das edele Blut!
Zu schützen die Freuden,
Mein köstliches Gut!
Nicht Hohn zu erleiden,
Wem fehlt es an Mut?

Ha! What pleasure
To shed noble blood!
To protect joy,
My treasured possession!
To suffer no scorn,
Who lacks courage for that?

Senke die Zügel,
Glückliche Nacht!
Spanne die Flügel,
Daß über ferne Hügel
Uns schon der Morgen lacht!

Slacken your reins,
Happy night!
Spread your wings,
So that over distant hills
Dawn shall soon smile on us!

9. Ruhe, Süssliebchen

Ruhe, Süssliebchen, im Schatten
Der grünen, dämmernden Nacht;
Es säuselt das Gras auf den Matten,
Es fächelt und kühlt dich der Schatten
Und treue Liebe wacht.
Schlafe, schlaf ein,
Leiser rauscht der Hain—
Ewig bin ich dein.

Rest, my sweetheart, in the shadow
Of this green, fading night;
The grass rustles on the meadows,
The shadow fans and cools you,
And faithful love keeps watch.
Sleep, go to sleep,
The grove rustles more gently now,
I am yours for evermore.

Schweigt, ihr versteckten Gesänge,
Und stört nicht die süßeste Ruh!
Es lauscht der Vögel Gedränge,
Es ruhen die lauten Gesänge,
Schließ, Liebchen, dein Auge zu.
Schlafe, schlaf ein,
Im dämmernden Schein,
Ich will dein Wächter sein.

Hush, you hidden songsters,
And do not disturb her sweetest rest!
The thronging birds listen,
The noisy songs are stilled,
Close your eyes, my love.
Sleep, go to sleep,
In the fading light
I shall watch over you.

Murmelt fort, ihr Melodien,
Rausche nur, du stiller Bach.
Schöne Liebesphantasien
Sprechen in den Melodien,
Zarte Träume schwimmen nach.
Durch den flüsternden Hain
Schwärmen goldene Bienelein
Und summen zum Schlummer dich ein.

Murmur on, you melodies,
Babble on, quiet brook,
Fair fantasies of love
Speak in those melodies,
Tender dreams float after them.
Through the whispering grove
Golden bees are swarming
And humming you to sleep.

10. Verzweiflung So tönet denn, schäumende Wellen

So tönet denn, schäumende Wellen,
Und windet euch rund um mich her!
Mag Unglück doch laut um mich bellen,
Erbost sein das grausame Meer!

Resound, then, foaming waves,
And coil yourselves around me!
Let misfortune rage loud around me,
And let the cruel sea roar!

Ich lache den stürmenden Wettern,
Verachte den Zorngrimm der Flut,
O mögen mich Felsen zerschmettern!
Denn nimmer wird es gut.

I scoff at the raging gales,
Scorn the fury of the flood,
If only rocks would dash me to pieces!
For I shall never thrive.

Nicht klag ich, und mag ich nun scheitern,
In wäßrigen Tiefen vergehn!
Mein Blick wird sich nie mehr erheitern,
Den Stern meiner Liebe zu sehn.

I shall not complain, though I now founder,
And perish in watery depths!
Nevermore shall my gaze be cheered
By the sight of my love’s star.

So wälzt euch bergab mit Gewittern,
Und raset, ihr Stürme, mich an,
Daß Felsen an Felsen zersplittern!
Ich bin ein verlorener Mann.

So thunder down the mountainside,
And rage at me, you storms,
So that rock shatters on rock!
I am a lost man.

11. Wie schnell verschwindet

Wie schnell verschwindet
So Licht als Glanz,
Der Morgen findet
Verwelkt den Kranz,

How soon they vanish,
Radiance and light,
Morning finds
The garland withered

Der gestern glühte
In aller Pracht,
Denn er verblühte
In dunkler Nacht.

That yesterday glowed
In such splendour,
For its flowers faded
In dark night.

Es schwimmt die Welle
Des Lebens hin,
Und färbt sich helle,
Hat’s nicht Gewinn;

The wave of life
Rolls onwards,
Though bright its hue,
It profits nothing.

Die Sonne neiget,
Die Röte flieht,
Der Schatten steiget
Und Dunkel zieht:

The sun sets,
The red glow departs,
The shadows rise
And darkness draws on:

So schwimmt die Liebe
Zu Wüsten ab,
Ach, daß sie bliebe
Bis an das Grab!

So love drifts away
Into deserts,
Ah! would it endure
Until the grave!

Doch wir erwachen
Zu tiefer Qual:
Es bricht der Nachen,
Es löscht der Strahl,

But we awake
To deep torment:
The boat is wrecked,
The light extinguished,

Vom schönen Lande
Weit weggebracht
Zum öden Strande
Wo um uns Nacht.

We are borne far away
From our beautiful land
To a desolate shore,
Surrounded by night.

12. Muss es eine Trennung geben?

Muss es eine Trennung geben,
Die das treue Herz zerbricht?
Nein, dies nenne ich nicht leben,
Sterben ist so bitter nicht.

Must there be a parting
That breaks the faithful heart?
No, I cannot call this living,
Dying is not so bitter.

Hör ich eines Schäfers Flöte,
Härme ich mich inniglich,
Seh ich in die Abendröte,
Denk ich brünstiglich an dich.

When I hear a shepherd’s pipe,
I suffer endless anguish,
When I see the setting sun,
I think ardently of you.

Gibt es denn kein wahres Lieben?
Muss denn Schmerz und Trennung sein?
Wär ich ungeliebt geblieben,
Hätt ich doch noch Hoffnungsschein.

Does true love then not exist?
Must there be pain and parting?
Had I remained unloved,
I should still have a gleam of hope

Aber so muss ich nun klagen:
Wo ist Hoffnung, als das Grab?
Fern muss ich mein Elend tragen,
Heimlich bricht das Herz mir ab.

But this must now be my lament:
Where is hope but in the grave?
I must bear my grief far away,
Secretly my heart is breaking.

13. Sulima Geliebter, wo zaudert

Geliebter, wo zaudert
Dein irrender Fuß?
Die Nachtigall plaudert
Von Sehnsucht und Kuß.

Where, my love, do you tarry
And stray?
The nightingale tells
Of longing and kisses.

Es flüstern die Bäume
Im goldenen Schein,
Es schlüpfen mir Träume
Zum Fenster herein.

The trees whisper
In golden light,
Dreams steal in
Through my window.

Ach! kennst du das Schmachten
Der klopfenden Brust?
Dies Sinnen und Trachten
Voll Qual und voll Lust?

Ah! do you know the yearning
Of a pounding heart?
This musing and striving
Full of torment and joy?

Beflügle die Eile
Und rette mich dir,
Bei nächtlicher Weile
Entfliehn wir von hier.

Give wings to your haste
And rescue me,
Under cover of night
We’ll steal away.

Die Segel, sie schwellen,
Die Furcht ist nur Tand:
Dort, jenseit den Wellen
Ist väterlich Land.

The sails are swelling,
Your fear is but vain:
There beyond the waves
Is your fatherland.

Die Heimat entfliehet,
So fahre sie hin!
Die Liebe, sie ziehet
Gewaltig den Sinn.

My homeland recedes,
So let it go!
The power of love
Draws me on.

Horch! wollüstig klingen
Die Wellen im Meer,
Sie hüpfen und springen
Mutwillig einher,

Listen! How seductively
The waves ring out,
They bound and leap
Playfully around us,

Und sollten sie klagen?
Sie rufen nach dir!
Sie wissen, sie tragen
Die Liebe von hier.

And why should they grieve?
They are summoning you!
They know they are taking
Love from here.

14. Wie froh und frisch

Wie froh und frisch mein Sinn sich hebt,
Zurück bleibt alles Bangen,
Die Brust mit neuem Mute strebt,
Erwacht ein neu Verlangen.

How briskly and brightly my spirits soar,
All fear is left behind,
My heart strives with fresh courage,
Fresh longing awakes.

Die Sterne spiegeln sich im Meer,
Und golden glänzt die Flut.—
Ich rannte taumelnd hin und her,
Und war nicht schlimm, nicht gut.

The stars are mirrored in the sea,
And the waves gleam with gold.
I ran reeling this way and that,
And was neither bad nor good.

Doch niedergezogen
Sind Zweifel und wankender Sinn,
O tragt mich, ihr schaukelnden Wogen,
Zur längst ersehnten Heimat hin.

But doubts and misgivings
Are now laid low;
Oh, carry me, you pitching waves,
To the homeland I’ve long desired.

In lieber, dämmernder Ferne,
Dort rufen heimische Lieder,
Aus jeglichem Sterne
Blickt sie mit sanftem Auge nieder.

In the dear, darkening distance
The songs of home are calling,
From every star
She gazes gently down.

Ebne dich, du treue Welle,
Führe mich auf fernen Wegen
Zu der vielgeliebten Schwelle,
Endlich meinem Glück entgegen!

Be calmed, O trusty waves,
Lead me along distant paths
To the much-loved threshold,
To happiness at last!

15. Treue Liebe dauert lange

Treue Liebe dauert lange,
Überlebet manche Stund,
Und kein Zweifel macht sie bange,
Immer bleibt ihr Mut gesund.

True love abides,
Outlives many an hour,
And no doubts can make it fearful,
Its courage is always steadfast and sound.

Dräuen gleich in dichten Scharen,
Fordern gleich zum Wankelmut
Sturm und Tod, setzt den Gefahren
Lieb entgegen, treues Blut.

Though death and disaster threaten,
Encouraging inconstancy
As they throng together—Love pits
Loyal blood against such perils.

Und wie Nebel stürzt zurücke,
Was den Sinn gefangen hält,
Und dem heitern Frühlingsblicke
Öffnet sich die weite Welt.

And whatever held the spirit captive
Then recedes like mist,
And the wide world opens its doors
To the cheerful gaze of spring.

Errungen,
Bezwungen
Von Lieb ist das Glück,
Verschwunden
Die Stunden,
Sie fliehen zurück:
Und selige Lust,
Sie stillet
Erfüllet
Die trunkene, wonneklopfende Brust;
Sie scheide
Von Leide
Auf immer,
Und nimmer
Entschwinde die liebliche, selige, himmlische Lust!

Happiness
Is achieved,
Is compelled by love,
Vanished
Those hours,
They fly away;
And blissful delight
Stills,
Fulfils
The ecstatic breast that throbs with delight,
May it part
From sorrow
For ever,
And never
Fade, this lovely, blissful, heavenly delight!